Weltgebetstag 2016: Ein Fenster zur Welt, ein Blick nach Kuba

Weltweit treffen sich jeweils am ersten Freitag im März Frauen, Männer und Kinder zur ökumenischen Feier des Weltgebetstages, dieses Jahr vorbereitet von Frauen aus Kuba unter dem Titel „Wer ein Kind aufnimmt, nimmt mich auf“.

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„Seit Beginn der US-kubanischen Annäherung Ende 2014 ist das sozialistische Kuba wieder in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Seit jeher fasziniert und polarisiert Kuba, ist Projektionsfläche für Wunsch- oder Feindbilder. Wie aber sehen kubanische Frauen ihr Land? Welche Sorgen und Hoffnungen haben sie angesichts der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche?
Paradies im Umbau
Von der „schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten" soll Christoph Kolumbus geschwärmt haben, als er 1492 im heutigen Kuba an Land ging. Mit subtropischem Klima, langen Stränden und ihren Tabak- und Zuckerrohrplantagen ist die Insel ein Natur- und Urlaubsparadies. Seine 500-jährige Zuwanderungsgeschichte hat eine kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung geschaffen.
 
Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat, es folgte eine jahrzehntelange Isolierung der Insel – samt von den USA verhängter Blockade. Anfang der 1990er Jahre brach die Sowjetunion zusammen, die Kuba durch Waren und Finanzhilfe unterstützt hatte. Der Karibikstaat erlebte eine tiefe wirtschaftliche und soziale Krise. Seitdem wächst die Ungleichheit, das lange Zeit vorbildliche Bildungs- und Gesundheitssystem ist gefährdet.
Frauenalltag 
Seit der Revolution sind Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt, Kuba gilt hier international als Vorbild. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft himmelweit auseinander und es herrschen patriarchale Rollenbilder des Machismo vor. Die meist Vollzeit berufstätigen Kubanerinnen sind oft allein verantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger. Die Folgen des gesellschaftlichen Umbruchs treffen sie besonders hart.
Zukunftsperspektiven

Ein gutes Zusammenleben aller Generationen begreifen die kubanischen Weltgebetstagsfrauen als Herausforderung – hochaktuell in Kuba, dem viele junge Menschen auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven den Rücken kehren.
Gebet und Solidarität
Der Gottesdienst der Frauen aus Kuba erzählt uns von ihrer Situation, ihrem Alltag und ihren Hoffnungen. Er endet mit einem Segen, der uns mit ihnen verbindet:
 
Gott segnet uns
beim Anbruch jeden neuen Tages
und sendet uns aus,
den Kindern Aufmerksamkeit zu schenken,
mit Gebet, Glauben, Ausdauer und Freude.
Uns wird der Segen geschenkt
und wir nehmen den Auftrag an,
die Kinder zu behüten.
Im Gebet feiern wir das Wunder allen Lebens.
Die helle Stimme der Frauen vereint uns
und lädt uns ein, das Leben zu empfangen:
Wir nehmen Jesus auf. Amen
 
Die diesjährige Kollekte kommt Projekten zugute, welche Frauen und Mädchen eine Perspektive in ihrem Leben geben. Der Schwerpunkt liegt dabei bei Bildung, Gesundheitsförderung und ökonomische Befähigung zur Verbesserung des Lebensunterhaltes.
Folgen Sie der Einladung aus Kuba
Schauen Sie in der Agenda Ihrer Pfarrei oder Seelsorgeeinheit nach, wann bei Ihnen oder in der Umgebung der Weltgebetstag gefeiert wird und lassen Sie sich auf dieses vielfältige und vielschichtige Land ein.

Rita Pürro Spengler
Katholischer Frauenbund Deutschfreiburg