Ewige Anbetung: Bewegungslos auf Reisen

Zwölf Jahre kontinuierliches Gebet vor dem Allerheiligsten, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Rund 100 Personen engagieren sich dafür, dass diese von Laien getragene Initiative im Franziskanerkloster in Freiburg aufrechterhalten wird. Anfang des Jahres hat der gebürtige Walliser Charles-Henri de Roten nach zwölf Jahren die Koordination dem Ehepaar William und Joëlle Marie Frei übergeben.

Ewige Anbetung

Nach vielen Jahren im Ausland hat sich das Ehepaar Frei in Donatyre bei Avenches niedergelassen. «Wir haben uns überall für die Kirche engagiert, wo wir gerade waren, z.B. in Italien, Frankreich, Belgien, China. Ob Katechese für Kinder, Ehevorbereitung, Kranken­kommunion oder Bibelgruppen – diese Aufgaben haben uns immer viel Freude bereitet», so William und Joëlle Marie Frei. William Frei, der seit 1981 für das Eidgenössische Departement für auswärtige Ange­legenheiten tätig war und nun seit fast zwei Jahren im Ruhestand ist, berichtet, dass er selbst in Brüssel auf die Ewige Anbetung in Freiburg angesprochen wurde. «Allerdings habe ich den Eindruck, dann manchmal die Menschen vor Ort gar nicht so viel von diesem wahren Schatz wissen, den es in Freiburg gibt.» Gerade von Deutschsprachigen bekäme das Paar manchmal Briefe mit der Bitte um nähere Informationen. Daher gibt es nun auch einen deutschsprachigen Flyer der Ewigen Anbetung Freiburg mit dem Titel: «Bewegungslos auf Reisen».

Wunsch nach Verankerung in Pfarreien

Doch wie kann man es organisieren, dass das Gebet aufrechterhalten wird? «Auf der einen Seite gibt es Menschen, die sich verpflichten, regelmässig zur Anbetung zu kommen, z.B. einmal in der Woche zu einem bestimmten Zeitpunkt, wobei es aber auch eine Regelung zur gegenseitigen Vertretung gibt. Aber man kann sich auch spontan in der Online-Agenda auf www.eucharistie.ch eintragen, wenn man weiss, dass man gerade in der Stadt sein wird und etwas Zeit hat. Oder man kommt einfach so», erklärt Joëlle Marie Frei. Im Moment seien es besonders die Gemeinschaft Eucharistein und die Studierenden des Instituts Philanthropos in Bürglen, die sich für die Ewige Anbetung einsetzten, so das Ehepaar Frei. Allerdings ist es ihr Wunsch, dass die Ewige Anbetung auch in den Pfarreien der Umgebung bekannter wird und sich auch hier Menschen finden, die das Gebet mittragen – ein Wunsch, der von Weihbischof Alain de Raemy ausdrücklich unterstützt wird.

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Gegenwart Christi erleben und Gemeinschaft spüren

«Die Frauen und Männer, die zum Gebet vor dem Allerheiligsten kommen, sind ganz unterschiedlich, und doch spüren sie alle, dass die Anbetung wichtig und ein Geschenk ist», so das Ehepaar. «Es ist manchmal schwierig, sich im Alltag auf diese stille Anbetung einzulassen, bei der man sich Gott öffnet und in der Gott uns aufsucht. Aber man kann wirklich Gottes Liebe und einen tiefen Frieden darin finden!» 
Neben der persönlichen Glaubens­erfahrung sei auch der Austausch der BeterInnen wichtig. In der Kapelle des Hl. Maximilian Kolbe befinden sich zwei Schalen mit Gebetsanliegen auf Deutsch und Französisch. «So kann man ein Anliegen mit ins eigene Gebet nehmen oder ein Gebetsanliegen hinterlassen», erläutert das Ehepaar. Zusätzlich treffen sich die Engagierten monatlich zur «Eucharistie festive», zu der ein interessanter Prediger eingeladen wird, und einmal im Jahr findet ein «Eucharistischer Tag» statt mit einem Zeugnis, einer Messfeier und einem gemeinsamen Essen.

Praktische Informationen

Die Ewige Anbetung findet im Franziskanerkloster Freiburg statt (Murtengasse 6, Freiburg). Am Tag ist sie von 8.00 bis 19.00 Uhr in der Kapelle des Hl. Maximilian Kolbe und in der Nacht von 19.00 bis 08.00 Uhr in der Einsiedlerkapelle. Diese Orte sind jederzeit zugänglich.


Christina Mönkehues-Lau, informationsstelle@kath-fr.ch

(Regionalseiten Juni 2017)