Bildung, Besinnung und Begegnung im Grünen

Schon in der Stiftungsurkunde von 1972 sind die Ziele eingeschrieben, die das Bildungszentrum Burgbühl in St. Antoni bis heute verfolgt: die Förderung der religiösen und kulturellen Bildung und Weiterbildung. Nicht nur Veranstaltungen des Bischofsvikariats oder der Fachstellen der Katholischen Kirche Deutschfreiburg bietet das Burgbühl dazu die passenden Räumlichkeiten, sondern auch Pfarreien, Vereinen, Gruppen oder Kommissionen. Daneben eröffnen die grossen Säle und der liebevoll gestaltete Park externen Anbietern, wie Schulen oder Betrieben, eine angenehme Arbeitsatmosphäre oder Privatleuten das richtige Ambiente für Familienfeste.

Burgbühl

Ob Gruppenarbeiten unter den alten Bäumen im Park oder Shibashi-Bewegungsmeditationen auf dem Rasen – das Burgbühl bietet einen Rückzugsort für verschiedenste Gruppen mitten im Grünen.

Die Möglichkeiten zur Kontemplation und zum Rückzug sind schon in der Geschichte des Burgbühl angelegt. Als Exerzitienhaus und Haus für die Novizinnen der Kanisiusschwestern liess Dekan Viktor Schwaller (1875–1958) 1929-31 das heutige Bildungszentrum erbauen, wobei er den Park und den Bauplatz schenkte. Ausserdem stellte er die Kapelle zur Verfügung, die er schon 1925 auf dem Gelände hatte bauen lassen. Das Gebäude wurde der Hl. Theresia vom Kinde Jesu geweiht, weswegen das heutige Burgbühl zunächst den Namen „Theresienstift" bekam. Ein im Jahr 1930 gegründeter Exerzitienverein förderte die dort stattfindenden Einkehrtage. Schon 1950 verlegten die Kanisiusschwestern  jedoch das Noviziat wieder nach Freiburg und zogen sich schliesslich 1970 wegen Personalmangels aus dem Theresienstift zurück. Auch die Kurse des Exerzitienvereins waren weniger erfolgreich. Auf die Initiative von Paul Fasel (Seminarleiter in Freiburg), des Priesterrates und der Priesterkonferenz entschloss man sich daraufhin zur Schaffung eines religiösen und regionalen Bildungszentrums. „Die Zeit fordert neue Formen der Glaubensverkündigung", schrieb Fasel 1971. „Dazu braucht es ein Zentrum, von dem Impulse für die Seelsorgearbeit ausgehen."

In der Folge wandelte sich das Theresienstift zum Bildungszentrum, das heute von einer Stiftung als Exekutive verwaltet wird. Als oberstes Organ wurde 1990 der Delegiertenrat geschaffen, um eine möglichst breite Mitsprache interessierter Kreise (z.B. Bischofsvikariat, kirchl. Vereine, Seelsorgeeinheiten) zu gewährleisten.

Längst sind es nicht mehr nur kirchliche Veranstaltungen, die im Burgbühl stattfinden. „Etwa 60% der Belegung", so der Leiter des Burgbühl Marius Hayoz, „machen externe Gruppen aus." Regelmässig käme z.B. eine Berufsschule aus dem Emmental, um Zimmerleute im Erstlehrjahr oder kurz vor dem Abschluss auf die Prüfung intensiv vorzubereiten. Auch Privatfeiern können im Burgbühl stattfinden. Durch eine eigene Küche sowie Übernachtungsmöglichkeiten in 21 Gästezimmern (42 Betten) steht eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung. Aber noch eine andere Gruppe profitiert von diesem Angebot: „Etwa 150-200 Jakobspilger beherbergen wir im Jahr", so Marius Hayoz.

Während im Haupthaus ein Saal für max. 120 Personen, zwei Seminarräume, Stube, Kellerbar und Speisesaal zur Verfügung stehen, befinden sich im angrenzenden Viktor-Schwaller-Haus, das ebenfalls zum Komplex gehört, noch einen Saal für max. 60 Personen sowie zwei kleinere Seminarräume.

Das Burgbühl ist auch Sitz der Bischofsvikariats Deutschfreiburg und drei seiner Fachstellen (Erwachsenenbildung, Katechese und Jugendseelsorge). Gemeinsam mit der Erwachsenenbildung organisiert das Bildungszentrum Burgbühl ein abwechslungsreiches Kursprogramm.

Wie viele andere Bildungshäuser in der Schweiz, steht das Burgbühl aber auch vor Herausforderungen. Die Belegung, gerade durch kirchliche Gruppen, ist in den letzten Jahren zurückgegangen, die Beiträge, die die Vereinigung der Pfarreien Deutschfreiburgs leisten kann, werden geringer und im Zuge der Sparmassnahmen, die im Budget 2016 der katholischen kirchlichen Körperschaft anstehen, wird das Burgbühl wohl nicht verschont bleiben. Wie die Zukunft aussieht ist noch nicht sicher: „Wichtig ist es, dass alle Beteiligten im Gespräch miteinander bleiben und wohlwollend gute Perspektiven miteinander erarbeiten", so Marius Hayoz.

Christina Mönkehues (Regionalseiten 2015/10)