CERECAF: «Rat der Kirchen im Kanton Freiburg»

Nach vorerst informellen Gesprächen begannen im Jahr 2015 Pierre-Philippe Blaser, Thérèse Chammartin und Martin Burkhard, Präsident und Mitglieder des Ev.-ref. Synodalrats, sowie Bischofsvikar Rémy Berchier*, Domherr Claude Ducarroz* und ich als Adjunktin des deutschsprachigen Bischofsvikars eine regelmässige ökumenische Zusammenarbeit, um wichtige gemeinsame Themen miteinander zu besprechen (Seelsorge in den Spitälern und Institutionen, schulischer Religionsunterricht etc.). Unser neues Gremium nannten wir „Rat der Evangelisch-reformierten und der katholischen Kirche im Kanton Freiburg“, respektive auf Französisch „Conseil des Eglises réformée et catholique du Canton de Fribourg“, was zur Abkürzung CERECAF führte.

Für dieses ökumenische Engagement erstellten wir eine ökumenische Charta, um die Mitarbeitenden unserer beiden Kirchen zu verpflichten, im Bereich Ökumene vermehrt und gezielt zusammenzuarbeiten, obwohl uns bewusst war, dass an vielen Orten in unserem Kanton, ohne Charta und ohne Anweisung, schon sehr wertvolle ökumenische Arbeit geleistet wurde! So hat sich aber dennoch, auch dank der Charta, in der konkreten Arbeit einiges verändert: die Seelsorgenden beider Kirchen arbeiten heute im HFR komplementär und subsidiär auf allen Stationen. Beide Kirchen engagieren sich gemeinsam, möglichst alle Kranken zu besuchen - obwohl die Aufenthaltszeit in den Spitälern heute kurz ist - und natürlich immer unter Berücksichtigung der besonderen konfessionellen Wünsche der Patienten. Ebenso arbeiten wir sehr eng im Bereich der Katechese zusammen, besonders auf der Unterstufe.
Ein weiteres Thema des CERECAF war von Anfang an die Betreuung der Flüchtlinge und Asylbewerbenden in unserem Kanton. Hinzu kam gesellschaftspolitisch die Frage des Islam auf. Als Religionsgemeinschaften konnten wir uns diesem Thema nicht länger verschliessen und suchten den Dialog. So treffen wir uns seit drei Jahren regelmässig mit Vertreter/innen der Muslimvereine des Kantons Freiburg (UAMF). Ziel dieser Zusammenkünfte war und ist es, einander besser kennen zu lernen und Themen zu besprechen, die uns alle als Religionsgemeinschaften betreffen. Fragen der Seelsorge in Krankenhäusern oder Gefängnissen, unsere verschiedenen Riten, wie etwa bei einer Beerdigung, und auch das Thema Flüchtlinge. Denn viele muslimische Asylbewerber richten sich an die Moscheen. Deshalb haben wir gemeinsam Anlässe für und mit Asylbewerbenden und Flüchtlingen organisiert.
Vor knapp einem Jahr wurde in Bern die interreligiöse Erklärung zu Flüchtlingsfragen mit dem Titel «Gegenüber ist immer ein Mensch» verabschiedet, unterzeichnet von Katholiken, Reformierten, Christkatholiken, Jüdischen und Muslimischen Dachverbänden, in Partnerschaft mit der Dachorganisation der UNO für die Flüchtlinge UNHCR. Die Erklärung umfasst 5 Appelle zum Schutz der Flüchtlinge. Der CERECAF und die UAMF unterstützen diesen interreligiösen Appell und wir engagieren uns weiterhin in diesem Sinne. So organisieren wir einen Film- und Diskussionsabend am 14. November, mit dem preisgekrönten Film «Facing Mecca» und einer anschliessenden Diskussion. Sie sind alle herzlich eingeladen!

 

Marianne Pohl-Henzen

*Die Mitglieder des CERECAF Rémy Berchier und Claude Ducarroz wurden inzwischen durch Bischofsvikar Jean Glasson und Domherr Jean-Jacques Martin abgelöst.

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