Das Haus der Religionen: Ein Projekt zur Friedensförderung

Rund 40 Interessierte DeutschfreiburgerInnen besuchten am 14. Januar das Haus der Religionen in Bern.

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Am Donnerstag, den 14. Januar fand sich eine über vierzigköpfige Gruppe aus Deutschfreiburg im Haus der Religionen am Europaplatz in Bern ein. Die Gruppe, die mit QuerWeltEin, der Fachstelle Erwachsenenbildung unterwegs war, kam in den Genuss einer besonderen Führung: Einerseits mit dem Initiator der ersten Stunde, Hartmut Haas, der entscheidend zur Realisierung des Hauses der Religionen beigetragen hatte und Gerda Hauck, der Präsidentin des Vereins Haus der Religionen, die das Projekt seit Beginn mittrug. 

Die Finanzierung des Hauses war zu Beginn sehr schwierig und längere Zeit unsicher, und doch tat sich immer wieder ein Türchen auf, bis zum Schluss der Bau in Angriff genommen werden konnte. Sich innerhalb der verschiedenen beteiligten Religionsgemeinschaften zu einigen, wie die Räume des Hauses aussehen sollten, führte zu vielen Auseinandersetzungen. Einen Hindutempel zu bauen, der eigentlich direkt mit der Erde verbunden sein sollte, obwohl im Untergeschoss des Gebäudes eine Tiefgarage bzw. eine Coopfiliale steht, stellte die Architekten vor eine besondere Herausforderung, die schliesslich so gelöst wurde, dass eine Säule direkt vom Boden zum Haupttempel führt und dieser so eine Verbindung zur Erde hat. 

Die 88 Wohnungen, die in die Überbauung integriert sind, waren rasch vermietet. In den Mietverträgen steht, dass die Mieter mit Lärm durch religiöse Feste rechnen müssen.

Die Gruppe besichtigte den farbenprächtigen Hindutempel, die Kirche mit orthodoxen Wandbildern aus Äthiopien, den Gebetsraum der Aleviten, Muslime und Buddhisten. Sie konnte auch mit Mustafa Mehmeti sprechen, dem Imam im Haus der Religionen.


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Zum Abschluss kam die Freiburger Gruppe in Genuss eines ayurvedischen Mittagessens, das den Anlass auch noch auf der kulinarischen Ebene abrundete. Ein gelungenes Projekt, das, wie Gerda Hauck zu Beginn der Führung erzählte, damit begonnen hatte, dass die Herrnhuter Gemeinde ein Legat erhielt, das an die Bedingung geknüpft war, ein Projekt zur Förderung des Friedens zu realisieren. Sie schickte darauf ihren Pfarrer Hartmut Haas nach Bern, um das ehrgeizige Projekt umzusetzen. Dass es Früchte trägt, konnten wir sehen, denn im Haus der Religionen treffen sich Menschen und kommen miteinander ins Gespräch, die sich sonst nicht begegnen würden.

Brigitte Horvath Kälin, QuerWeltEin – Fachstelle Erwachsenenbildung Deutschfreiburg (Mitteilungsblatt 2016-02)