Sparrunde beim Budget 2016

Das Bischofsvikariat Deutschfreiburg sieht sich mit drastischen Einsparungen im Budget 2016 konfrontiert, wenn die Ausgabenbremse des Kirchenparlaments von 12,5% eingehalten werden soll. Ein Kommentar der Adjunktin im Bischofsvikariat, Marianne Pohl-Henzen.

Sparen Budget 2016

Im Monat Mai befassen wir uns im Bischofsvikariat bereits wieder mit den neuen Budgets für das kommende Jahr. Und die Situation ist schwieriger denn je. Da das Kirchenparlament, d.h. die Delegierten der Kantonalen Körperschaft (kkK), beschlossen hat, dass die Ausgabenbremse bei 12,5% nun definitiv einzuhalten ist (d.h. es dürfen nicht mehr als 12,5% aller Kirchensteuern des Kantons Freiburg in die überpfarreilichen, regionalen, kantonalen oder gesamtschweizerischen Aufgaben fliessen, oder anders gesagt, die Pfarreien wollen 87,5% ihrer Kirchensteuern vor Ort behalten und selbst verwalten), gibt es auch für die Aufgaben des Bischofsvikariats und der Deutschfreiburger Fachstellen weniger Geld. 

Insgesamt müssen wir dadurch bei der kkK im nächsten Jahr Fr. 700‘000.– einsparen. Auf französischer Seite wurde bereits prognostiziert, dass zwischen 300 und 350 Stellenprozente eingespart, respektive abgebaut werden müssen. Bei uns auf der deutschsprachigen Seite wurde uns vom Exekutivrat der kkK mitgeteilt, dass auch wir unseren Beitrag an Lohneinsparungen leisten müssten und mindestens Fr. 90‘000.– einsparen sollen.

Aber wie? Nach welchen Kriterien sollen diese Einsparungen erfolgen? Lassen wir einfach alles weg, was auf kantonaler, diözesaner oder schweizweiter Ebene läuft? Befassen wir uns nicht mehr mit der Ökumene? Organisiert unsere Jugendseelsorge keine Taizé-Reisen oder Ranfttreffen mehr und überlassen wir diese Arbeit in Zukunft jeder einzelnen Pfarrei oder Seelsorgeeinheit, die diese Projekte dann selber organisieren und durchführen müssen? Oder es eben nicht können, weil ihnen die personellen oder finanziellen Mittel fehlen. Sucht und organisiert in Zukunft jede einzelne Pfarrei oder Seelsorgeeinheit die Katecheten für die Orientierungsstufe, führt sie ein und coacht sie?  Lässt die Behindertenseelsorge die Möglichkeit der Begleitung älterer Jugendlicher, z.B. in der Stiftung Les Buissonnets, auf der Seite, damit etwa 5 Stellenprozente eingespart werden können?

Die Rechnung ist bald gemacht: Entweder bieten die Fachstellen weniger Dienstleistungen für die Pfarreien an, weil ihr Budget geschmälert wurde, oder, für alles, was unsere Fachstellen leisten, wird den Pfarreien jeweils direkt eine Rechnung gestellt, wie z.B. für die Unterstützung bei den Firmbesinnungstagen. Zudem muss die Fachstelle Kirchenmusik oder die Jugendseelsorge noch mehr als bisher nach Sponsoren aus der Wirtschaft Ausschau halten, obwohl bisher jährlich bereits Fr. 30-40‘000 an Geldern für einzelne Projekte in diese Fachstellen flossen. Braucht es noch mehr Fundraising?

Auch das Bischofsvikariat selbst ist nicht auf Rosen gebettet. Wir haben gerade mal eine 30%-Sekretariatsstelle, wie ungefähr die kleinsten Pfarreien in Deutschfreiburg. Ein deutschsprachiges Bischofsvikariat, woran die Deutschfreiburger Pfarreien eigentlich festhalten, kann momentan nur bestehen, weil von der Sekretärin über die Informationsbeauftragte und im Bischofsvikariat selbst alle unglaublich flexibel sind und sehr viele unbezahlte Überstunden leisten.

Wir müssen uns bewusst sein, dass einschneidende Massnahmen auch personelle Konsequenzen haben können, wobei vielleicht ein kleinerer Teil durch natürliche Abgänge aufgefangen werden kann. All diese Gründe bewegen uns dazu, eine grosse Versammlung noch vor den Sommerferien zu organisieren, in der wir gemeinsam mit den Pfarreiräten, kkK-Delegierten, Seelsorgeräten und Seelsorgern überlegen möchten, wieviel wir wofür zu bezahlen bereit sind.

Marianne Pohl, Adjunktin im Bischofsvikariat Deutschfreiburg

Publiziert im Mitteilungsblatt, 18.05.2015


Am 26. Juni wird eine grosse Versammlung zum Budget 2016 stattfinden.

Zum Agenda-Eintrag.