"Ja zur Aufnahme von Flüchtlingen“

Die dramatische Situation von Flüchtlingen steht uns in diesen Tagen täglich vor Augen. Auch vor unserer Haustür in Freiburg gibt es viele Menschen, die – von Krieg und Flucht traumatisiert – Hilfe suchen. Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern hat sich dazu entschlossen, mit dem Projekt „Osons l’accueil“/„Wagen wir Gastfreundschaft“ die Aufnahme von Flüchtlingen in Privathaushalten zu fördern. Unterstützt werden sie dabei von der Direktion für Gesundheit und Soziales.

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„Ich bin wirklich gerührt, dass so viele Bürgerinnen und Bürger uns ihre Hilfe angeboten haben", so Anne-Claude Demiere, Staatsrätin und Direktorin für Gesundheit und Soziales in Freiburg, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Vielfach seien es Privatpersonen, die sich an den Staat wenden würden und fragten, was sie konkret unternehmen könnten.

Um diese Anfragen besser zu koordinieren, erste Informationen zu geben und Fragen zu klären, wurde das Projekt „Wagen wir Gastfreundschaft" von einer Gruppe Freiburger Persönlichkeiten auf Initiative des Arztes Dr. Bernard Huwiler ins Leben gerufen. Beteiligt an der Arbeitsgruppe, die sich vor 10 Tagen zusammenfand, sind z.B. auch Domprobst Claude Ducarroz und Alt-Staatsrat Pascal Corminboeuf. Unterstützt werden sie dabei von Staatsrätin Anne-Claude Demierre, Bischof Charles Morerod und dem ehemaligen Generaldirektor des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (CICR) Paul Grossrieder.

Vielfältige Hilfe ist gefragt

Mit dem Projekt möchte die Gruppe auf die Möglichkeiten hinweisen, die Privatpersonen haben, um die Situation von Flüchtlingen zu verbessern. Wohnraum wird gesucht, aber auch andere Angebote, wie Sprachunterricht, soziokulturelle Aktivitäten, Transport oder Freizeitprogramme seien herzlich willkommen. Die Angebote von Freiwilligen meldet „Wagen wir Gastfreundschaft" dem Amt für Gesundheit und Soziales, welches seinerseits den ORS Service AG informiert, der mit der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen betraut ist. „Konkrete Absprachen erfolgen dann zwischen dem ORS und den Freiwilligen, z.B. wenn Wohnraum zeitweilig zur Verfügung gestellt wird. Jede Situation ist individuell", so Demierre, die aber auch nahelegte, dass wegen des Verwaltungsaufwands ein Mindestzeitraum für eine Unterbringung zwei Monate oder mehr betrage.

„Die Zeit drängt! Wagen wir Gastfreundschaft und erweisen wir uns als grosszügig und verantwortungsbewusst", so das Communiqué der Gruppe. Als Leitsatz für seine persönliche Motivation für das Projekt fügte Claude Ducarroz noch an: „Ein Streben nach dem Göttlichen, bei dem der Mensch nicht im Blick ist, führt auf einen Holzweg."

Kontaktperson für„Wagen wir Gastfreundschaft" ist Bernard Huwiler, osons.lacceuil@gmail.com, Tel 079 274 93 83. Auch Deutschsprachige können sich bei ihm melden. 

Christina Mönkehues, Informationsbeauftragte des Bischofsvikariats Deutschfreiburg

Freiburg, 10. September 2015