„Wie ein Familientreffen“

Don‘t be afraid – Fürchtet euch nicht. Unter diesem Motto fand vom 27. bis 29. April in Freiburg der Weltjugendtag statt.

/simplegalerie/2018wjt

Dass Katholischsein für manche Jugendliche gegenüber ihrem Umfeld nicht immer ganz leicht  ist, bezeugte die Gastrednerin Emily Wilson aus Californien am Samstagmorgen. Sie sei zwar in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen, aber habe den Glauben zunächst als Teenager für sich selbst entdecken müssen. Besonders wichtig sei ihr die Erkenntnis geworden, dass der Glauben nicht ein Regelwerk darstelle, das man zu befolgen habe, sondern Gott einem zu einem glücklichen Leben verhelfen wolle. „Wirkliche Freiheit ist für mich, die zu werden, als die Gott mich gewollt hat", so Wilson.

Den eigenen Weg gehen

Am College sei sie an eine Wegkreuzung gekommen, an der sie sich habe entscheiden müssen, dem Gruppendruck zu folgen und so zu sein wie alle anderen, oder ihre christlichen Werte und Traditionen zu bewahren. Sie habe sich entschieden, keine Angst zu haben, ihre Freiheit zu leben und ihren Weg zu gehen – und dabei viele echte Weggefährten gefunden. Bezugnehmend auf drei heilige bezw. seelige junge Christen gab sie ihren Zuhörern noch drei Botschaften mit auf den Weg: Don‘t be afraid to serve (Fürchte dich nicht zu dienen), don‘t be afraid to suffer (fürchte dich nicht zu leiden) und don‘t be afraid to give your whole live (fürchte dich nicht, dein ganzes Leben zu geben).

Dass die Botschaft die Lebenssituation vieler Jugendlicher trifft, davon ist auch Angela Zgraggen überzeugt, die Präsidentin des Organisationskomittees. „Viele Jugendliche sind in genau dieser Situation: Sie möchten akzeptiert werden und gut ankommen und dann ist es manchmal im Beruf oder in der Schulklasse schwer, zu seinem Glauben zu stehen, ohne gleich den Stempel „konservativ" aufgedrückt zu bekommen", meint Zgraggen. Daher seien auch die Weltjugendtage so eine grossartige Erfahrung: Hier sei die Kirche lebendig und energiegeladen. Die volle Kathedrale und die vielen guten Gespräche vermittelten den Jugendlichen Hoffnung.  „Für mich sind die Weltjugendtage immer ein Highlight und eine Tankstelle für Impulse für das Jahr. Deshalb und weil ich gerne organisiere habe ich auch zugesagt, die Präsidentschaft des Komitees zu übernehmen, als man mich angefragt hat", erklärt die Primarlehrerin

Teil eines Grossen sein

Highlights gibt es auf dem Weltjugendtag viele: Die verschiedenen Workshops, die Konzerte und feierlichen Gottesdienste, z.B. am Sonntagmorgen mit Kardinal Kurt Koch, der nach dem Gottesdienst selbst bewegt ist von so viel Feierfreude der Jugendlichen. 

„Für mich war die grosse Vigil am Freitagabend ein besonderer Moment", so Ramon Murmann aus dem Wallis. „Es war eine wunderbare Stimmung mit den farbigen Lichtern in der Kathedrale und der Musik, die zwei junge Leute mit Gitarre und Gesang gemacht haben – da habe ich so viel Präsenz Gottes gespürt und das Gefühl von Ankommen und Heimat." Für ihn sind die Weltjugendtage immer auch ein Familientreffen. „Man trifft Bekannte wieder, man weiss, dass man durch die Kirche verbunden ist, und obwohl es ein Weltjugendtag ist, merkt man wie hier Generationen zusammenkommen, z.B. wenn ganz junge Menschen sich mit älteren Priestern austauschen. Man fühlt sich als Teil eines ganz Grossen."

Christina Mönkehues-Lau, Informationsbeauftragte