CERECAF

Seit etwa zwei Jahren treffen sich Vertreter und Vertreterinnen der katholischen und reformierten Kirche des Kantons Freiburg regelmässig zum Austausch und zur Arbeit. Das zweisprachige und ökumenische Gremium nennt sich CERECAF (Conseil des Eglises Réformée et Catholique du Canton de Fribourg/ Rat der Reformierten und katholischen Kirche des Kantons Freiburg). Neben der Bearbeitung von ökumenischen Themen knüpft das Gremium auch Kontakt mit den muslimischen Vereinen im Kanton Freiburg.

2017-03 Cerecaf
Vielfältige Agenda

Der Rat der beiden Kirchen hat sich in den beiden Jahren intensiv mit einem neuen Spitalseelsorgekonzept befasst, mit einer Verpflichtungs-Charta für die Ausübung von Aufträgen, welche die Zusammenarbeit unter den beiden Kirchen erfordern, aber auch mit dem Konzert am Karfreitag, die Markuspassion, oder mit einer kantonalen Feier zum Eidgenössischen Dank-,­ Buss- und Bettag im September 2017. Der Rat hat sich aber auch die Aufgabe gegeben, den interreligiösen Dialog im Kanton Freiburg zu fördern. 

Aus aktueller Situation haben wir beschlossen, uns mit den offiziellen muslimischen Vereinen des Kantons zu treffen und uns sachte kennenzulernen. Seit November 2016 haben wir uns nun dreimal gesehen. 

Voneinander lernen

Wir erklärten den muslimischen Vertreterinnen und Vertretern unsere interne Organisation in den beiden Kirchen, die muslimischen Vertreterinnen und Vertreter erklärten uns, wie sie hier im Kanton Freiburg begonnen haben, sich seit den 1990er Jahren in Vereinen zu organisieren. Und danach stellten wir einander Fragen: z.B. Was versteht ein Moslem unter den „Ungläubigen", oder wieso erlauben die Christen die Kremation, welche Trauerrituale hat der Islam einerseits und das Christentum andererseits? Wir haben aber auch von der fehlenden religiösen Praxis hier und dort gesprochen, von den vielen Menschen, denen die Religion nichts mehr bedeutet. Wir sprachen über unsere Heiligen Bücher und deren Bedeutung für unsere Religionen.

Vertrautheit schaffen 

Es war ausgesprochen spannend, jedes Mal, für jeden und jede von uns, einander ein wenig besser kennen zu lernen und langsam so etwas aufzubauen, das sich „Vertrautheit" nennt. So entschlossen wir uns, noch in diesem Jahr einen gemeinsamen Anlass vorzubereiten, an dem sich Christen und Muslime treffen können. Wir haben schon einige Ideen … und werden darüber weiter berichten.


Marianne Pohl-Henzen

Foto: Véronique Benz