Weltjugendtag 2016 in Krakau

Vom 26. bis 31. Juli 2016 fand der 31. Weltjugendtag in Krakau, Polen, statt. Die Gastgeber haben 2 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Gekommen sind aber 3 Millionen!!! Auch wir aus der Schweiz fuhren voll Begeisterung und Hoffnung nach Krakau.

                       
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Selig die Barmherzigen!

Am 24. Juli, kurz vor 20.00 Uhr, trafen sich in Bern die Freiburger Teilnehmer des Weltjugendtages, um gemeinsam nach Zürich zu fahren. Am Berner Bahnhof haben die Jugendlichen unserer Seelsorgeeinheit Untere Sense einen Rapp für die WJT gemacht, gesungen und getanzt. Das war der Anfang eines grossen Abenteuers … Die Begegnung mit den Jugendlichen aus der Stadt Freiburg, dem Oberland, dem Seeland und aus Brasilien hat nicht nur unsere Gruppe vergrössert sondern auch vielfältiger und bunter gemacht.

Die Ankunft in Zürich und das Zusammentreffen mit den Jugendlichen aus der Deutschschweiz, aus Frankreich und Deutschland war noch spannender. Der Geist des Weltjugendtags war schon in der Schweiz spürbar. Die Reise von Zürich nach Krakau begann mit dem Segen von Pater Lukas Nowak, dann folgte ein Kennenlern-Spiel, Gebet und Lobpreis. Nach fast 20 Stunden kamen wir in Mysłowice, etwa 9 km östlich von Kattowitz, an. Die Gastfamilien empfingen uns sehr herzlich! Sie schenkten uns ein erstes Lächeln, kamen auf uns zu und fragten sofort, ob wir „ihre Kinder" seien.

Wir haben Jugendliche aus verschiedenen Ländern getroffen, und alle sprachen mit Schmunzeln und Freude über die „polnische Diät". Aber was war das genau? Als Frühstuck oder Abendessen gab es bei der Gastfamilie immer ein vielfältiges, reichhaltiges Angebot von polnischen Spezialitäten. Von Fisch bis Fleisch, von Jogurt bis Süssigkeiten, dazu Kawa (Kaffee) und Tee. Wir wurden richtig verwöhnt. Polen und unsere Polski Familien sind für immer in unsere Herzen eingezeichnet.

Jeden Tag fuhren wir nach Krakau, etwa 2 Stunden mit dem Zug von Mysłowice entfernt. Krakau war für eine ganze Woche die Hauptstadt der katholischen Jugendlichen aus der ganzen Welt. Obwohl die Züge sehr voll waren, konnten wir auf unseren Fahrten über unseren Glauben, über die Kulturen und Traditionen mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern austauschen und vieles erfahren. Die Liebe und die Hoffnung sind zwei der drei göttlichen Tugenden. Ein andere ist der Glaube. Alleine ist es nicht leicht, vielleicht sogar unmöglich, diese drei kraftvollen Akte zu setzen und zu leben. Gemeinsam geht das!

Wie Papst Franziskus uns gesagt hat: «Der Weltjugendtag beginnt heute und geht zu Hause weiter.» Darum wollen wir alle, ich lade euch herzlich dazu ein, diesen Frieden, diese Freude, diese Nächstenliebe in unserem Leben in der Gesellschaft, in der Schule, besonders in der Kirche, in der Politik und im Umgang mit unseren Mitmenschen und in der Schöpfung weiter leben, erleben, gestalten und zu fördern.

Ein berührender Moment in der Begegnung mit Papst Franziskus war es, als er am Donnerstag, 28. Juli sagte: «Die Barmherzigkeit hat immer ein junges Gesicht. Denn ein erbarmungsvolles Herz hat den Mut, aus seinen Bequemlichkeiten aufzubrechen ...» Er sagte uns weiter: «... es schmerzt mich, wenn ich jungen Menschen begegne, die vorzeitig „Pensionierte" zu sein scheinen …» Er lud uns alle ein aus unseren Komfortzonen aufzubrechen und Spuren der Liebe, der Barmherzigkeit und des Glaubens in unserem Leben zu hinterlassen, damit andere, die nach uns kommen, die Werke der Barmherzigkeit in unserem Leben und Handeln erkennen können. Wir tragen die Verantwortung, die Frohe Botschaft des Evangeliums durch unsere Lebenswerke unseren Mitmenschen zu verkünden.

Die Sendungsmesse mit Papst Franziskus war ein Stück Himmel auf Erden! 3 Millionen Menschen: Jugendliche, Begleitpersonen und Familien aus 159 Ländern! Alle gemeinsam und in der Eucharistie verbunden!

Auch sehr wichtig und lebendig war die Begegnung der Schweizergruppe. Mit unserem Weibischof Alain de Raemy und Jugendbischof Marian Eleganti trafen wir uns im Haus der Albertiner-Schwestern in Krakau. So viele Jugendliche aus der Schweiz, die ihren Glauben mit so viel Freude, Überzeugung und Begeisterung leben, das war sehr motivierend und berührend. Mgr. de Raemy sprach von den drei Begegnungen, die wir am Weltjugendtag erleben sollten und durften: Die Begegnung mit Gott, mit den Anderen und mit uns selbst. Ein liebevoll vorbereiteter Imbiss, musikalisch begleitet von der katholische Gemeinschaft Palavra Viva, aus Lugano, bereicherte diesen wertvollen Moment.

Krakau, eine Stadt mit 763’000 Einwohnern hat, besonders am Samstag für die Vigil, die Andacht und am Sonntag für die Sendungsmesse, 3 Millionen Menschen ausgezeichnet empfangen. Eine Stadt der Gastfreundschaft, der wunderbaren Gastfamilien und des Glaubens!

Dziękuję Polska! ¡E bienvenido Panamá!

Text: Aurélia Arcanjo Helfer, Jugendseelsorgerin SE Untere Sense
Fotos: Aurélia Arcanjo Helfer und Raphael Grunder