Nationaler Weltjugendtag in Schaffhausen

Rund 500 Menschen, davon eine 18-köpfige Gruppe aus Freiburg, reisten vom 8.-10. April 2016 nach Schaffhausen an den Deutschschweizer Weltjugendtag. Das dreitägige Treffen war einerseits ein Vortreffen für all jene, die im Sommer zum internationalen Weltjugendtag nach Krakau reisen wollen, aber gleichzeitig auch ein Treffen für all diese, die nicht daran werden teilnehmen können.

Das riesige Event in der wirklich schönen, sehr mittelalterlichen Stadt war hervorragend organisiert und die herzlichen Gastfamilien mit Bedacht gewählt.

 

Ein buntes Programm mit vielen Höhepunkten stand auf dem Plan. Wir hörten über ein eindrückliches Leben von Schwester Veronika Ebnöter, welche ein geweihtes Leben ausserhalb eines Ordens führt und in der Gefängnisseelsorge tätig ist. Wir durften einem mitreissenden Vortrag von Pater Leo Maasburg lauschen, welcher jahrelang der Beichtvater Mutter Theresas gewesen ist. Er erzählte packend von der Frau, die Barmherzigkeit und Nächstenliebe in Person war, welche immer wieder betonte, dass wir Armut schon vor unserer eigenen Haustür finden, sei sie spirituell, sozial oder anderer Natur. Um zu helfen müssen wir nicht erst in ferne Länder reisen, wir können jetzt und hier etwas tun. Sehr anregend war die Diskussion, die nach diesem wachrüttelnden Vortrag ihren Lauf nahm.

 

Nach dem samstäglichen Mittagessen fanden die Workshops statt. Seien es Gespräche über den Glauben, die Bibel, aktuelle Themen in den Nachrichten, Volontariats in fernen Ländern, Erfahrungsberichte, Sport oder eine Stadtführung: es war wirklich für jeden etwas dabei.

 

Nebst den Lobpreisungen, Andachten und der Vigil mit einem der Brüder von Taizé war die abendliche, ökumenische Lichterprozession von der Kirche Santa Maria zur Kirche Allerheiligen, ein wahres Highlight. Die Anwohner der Stadt beugten sich aus ihren Fenstern oder traten vor die Tür, um der singenden Menge Gehör zu schenken und das Flackern von hunderten von Kerzen zu betrachten. Wer danach noch nicht zu müde war, konnte sich unter anderem noch am Lagerfeuer austauschen, oder ausgelassen im Park-Casino zu Liedern der Band „October Light" tanzen.

 

Einem einfühlsamen Lebenszeugnis eines jungen Paares durften wir Sonntagmorgen beiwohnen. Sie schilderten uns ihren Weg in die Ehe, auf der Basis von Vertrauen und Glauben. Nach der Eucharistiefeier wurde uns noch die Möglichkeit geboten verschiedenen Bischöfen Lebens-, Glaubens- und kirchliche Fragen zu stellen.

 

Alles in allem war der Weltjugendtag eine bereichernde Erfahrung, sei es wegen der inspirierenden Persönlichkeiten, welche uns vorgestellt wurden, wegen der Momente, in denen man ganz im Gesang der Lobpreisung versinken konnte, wegen der Menschen, mit welchen man angereist war oder den tiefgründigen, aber auch lustigen Gesprächen, die man mit neuen Bekannten, wenn nicht sogar neuen Freunden, aus der ganzen Schweiz führen durfte.

 

Fühlte man sich nach diesen drei ereignisreichen Tagen wieder zu schnell in den Alltag katapultiert, so konnte man das Geschehene noch einmal beim Hören des Radiosenders „Maria" Revue passieren lassen. Eine interessante, wertvolle Erfahrung!

 

Samantha Seyerlein

Praktikantin regionale Fachstelle für Jugendseelsorge

 

(Fotos: ARGE Weltjugendtag)


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