Herbstversammlung der Vereinigung der Pfarreien

In Freiburg versammelten sich am Freitag, den 20. November, die VertreterInnen der Pfarreiräte Deutschfreiburgs zur Herbsttagung. Neben dem Budget 2016 standen die Bemühungen des Bischofsvikariat im Flüchtlingsbereich sowie eine Sonderzahlung an das Bildungszentrum Burgbühl für das Jahr 2016 auf dem Programm.

2015-11 Herbstversammlung Vereinigung der Pfarreien

In Freiburg versammelten sich am Freitag, den 20. November, die VertreterInnen der Pfarreiräte Deutschfreiburgs zur Herbsttagung. Winfried Baechler, Pfarrer der kath. Pfarreiseelsorge Freiburg – Stadt und Umgebung, hiess die Anwesenden im ältesten Chorgestühl der Schweiz im Franziskanerkloster willkommen. Dass nicht nur der aktuelle Umbau beeindruckend ist, sondern auch die Geschichte des Klosters, zeigte er anhand von zahlreichen Verknüpfungen zwischen Kloster- und Stadt- und sogar Weltgeschichte. Stanislas Rück, Verbandsratspräsident der Kath. Pfarreiseelsorge Freiburg, und Melchior Etlin, Präsident des Pastoral- und Seelsorgerats, begrüssten die Delegierten auch ihrerseits und Melchior Etlin führte in die komplexen Strukturen des Seelsorgeverbandes ein, der sich aus neun mehrheitlich französischsprachigen Pfarreien speist.

Budget 2016

Bei der anschliessenden Sitzung stellte Verena Jost, Verantwortliche für die Finanzen der Vereinigung, das Budget 2016 vor, das bei einem Aufwand von Fr. 9‘230 mit einem Aufwandsüberschuss von Fr. 1‘530 rechnet und einstimmig genehmigt wurde. Für das Bischofsvikariat gab die Adjunktin Marianne Pohl-Henzen einen Überblick über die Entwicklungen des letzten halben Jahres. Neben Events wie Cantars und dem Weltjugendtag, habe man im Laufe der letzten Monate intensiv am Budget 2016 gearbeitet. Marianne Pohl-Henzen bedankte sich bei den Delegierten für das Verständnis und die gute Zusammenarbeit, damit man mit dem Budget einen Kompromiss zwischen starken Einsparungen und Erhalt von Strukturen sowie Ermöglichung von Zukunftsperspektiven erzielen könne.

Flüchtlinge, Prozess, Arbeitsmandate und der neue Bischofsvikar

Drei Themen seien zurzeit prägend für die Arbeit des Bischofsvikars und der Adjunktin: Die Lage der Asylsuchenden macht betroffen und hat dazu geführt, dass ein ökumenischer Aufruf der Kirchen lanciert sowie zahlreiche Veranstaltungen zum Thema angeboten wurden. Daneben würde man das Zukunftsprojekt „Prozess" weiterverfolgen. Momentan erarbeiten die Seelsorgeeinheiten Pastoralpläne. Auch eine Panoramakarte und -homepage, die die regional bedeutsamen Veranstaltungen und Orte in der Kirche Deutschfreiburgs sichtbar machen sollen, sind in Arbeit und Teil des Prozesses. Die Jugendseelsorge hat in diesem Rahmen auch ein „Infoprodukt 15+" erstellt, das regionale und überregionale Angebote für Jugendliche nach der Firmung als Schlüsselanhänger bündelt. Als drittes Thema beschäftigen das Bischofsvikariat derzeit die Arbeitsmandate der Priester und LaienseelsorgerInnen im Dekanat. Der Bischofsrat sowie der Priesterrat wünschen sich einen Wechsel des Anstellungsortes der Priester nach maximal 15 Jahren. Auch die LaienseelsorgerInnen sollten eigentlich nach diesem Zeitraum spätestens wechseln. Treffen mit beiden Gruppen sind geplant.

Alain de Raemy, der zum ersten Mal als neuer Bischofsvikar an einem Treffen der Vereinigung der Pfarreien anwesend war, stellte sich vor und erklärte, dass sein Vorgänger Nicolas Glasson als neuer Bischofsvikar für die Berufungen nun nicht mehr nur für die Berufungen der Priester, sondern für Fragen bezüglicher der Berufungen und Ausbildungen aller seelsorgerlichen Berufe zuständig sei. Infolgedessen habe der Bischof ihm als Weihbischof auch noch das Bischofsvikariat Deutschfreiburg übertragen – allerdings ohne eine andere Aufgabe wegzunehmen. Neben dem beginnenden Jahr der Barmherzigkeit, berichtete er von den Priestertreffen, die zum Konzilsjubiläum in Einsiedeln, St. Maurice und Lugano stattgefunden haben. Als neuer Bischofsvikar für die Deutschsprachigen sei er natürlich nach Einsiedeln gefahren – und ein Grossteil der Priester aus Deutschfreiburg nach St-Maurice, was eigentlich ein gutes Zeichen für die Zweisprachigkeit sei. 

Neues Amt für Hans Rahm

Für den Exekutivrat entschuldigte sich Hans Rahm für einen Fehler bei den Abrechnungen der Körperschaft, der aber nun behoben sein sollte. Daneben informierte er über den Stand der Pfarreiregister, deren Erarbeitung sich noch immer aufgrund von Datenschutzbestimmungen schwierig gestaltet. Wegen einer Umstrukturierung in der Administration der Körperschaft wird Hans Rahm im nächsten Jahr sein Amt als Generalsekretär aufgeben, aber weiterhin die Entwicklung der Pfarreiregister verfolgen sowie die Rolle des Webmasters übernehmen.

Zukunft des Bildungszentrums Burgbühl

Für den Stiftungsrats des Bildungszentrums Burgbühl (BZB) berichtete Marius Hayoz von grösseren Veränderungen. Nachdem der Exekutivrat im Juni mitgeteilt habe, im Zuge von Sparmassnahmen ab dem 1. Januar nicht mehr die Gehälter der Angestellten des Bildungszentrums mitzufinanzieren, habe der Stiftungsrat interveniert. Nach einem Gespräch mit dem Bischofsvikar, Vertretern des Exekutivrats und der Vereinigung der Pfarreien sei für das Jahr 2016 ein Darlehen in Aussicht gestellt worden, um 2016 eine Umorientierung des Hauses zu unterstützen. Ende August hob Bischof Charles Morerord den Stiftungszweck des Hauses auf. So gelte es nun einen neuen „Zweck" für die Stiftung zu finden.

Der Stiftungsrat hat in der Folge bei der Gemeinde für die Liegenschaft eine Änderung für das Burgbühl und sein Areal beantragt: Von einer Zone öffentlichen Interesses soll das Gebiet zu einer Bauzone werden. Eine Antwort stehe noch aus. Konsultationen mit der Bank zeigten, dass es sich wahrscheinlich nicht rentiere, einen Seminarbetrieb im Haus aufrecht zu erhalten. Der Stiftungsrat ist interessiert an Expertenmeinungen, die einschätzen können, welches Projekt finanziell eine sichere Zukunft verspricht. Eine Gebäudeschätzung wird in nächster Zeit durchgeführt werden. Um im laufenden Jahr Kosten zu sparen, habe man eine Stelle im Sekretariat nicht mehr besetzt und auch mittags würde nicht mehr gekocht. Allfällige Essen werden aus einem Pflegeheim bezogen.

Ende 2016 wird also eine Neuausrichtung für das Bildungszentrum Burgbühl anstehen; ob das Burg­bühl nun einem anderen Zweck zugeführt oder sogar verkauft wird. Der Vorschlag der Pfarrei Tafers, Flüchtlinge im Burgbühl unterzubringen, wird sicher noch gerade in Bezug auf das Viktor-Schwaller-Haus zu prüfen sein.

Wegen der Sparmassnahmen der Körperschaft bezüglich des Budgets 2016 wird die Unterstützung der Körperschaft im nächsten Jahr für das BZB deutlich geringer ausfallen: Fr. 40‘000 sind 2016 letztmalig vorgesehen – ein deutlich geringerer Betrag gegenüber 2015, als die Körperschaft noch Fr. 93‘650.00 zusprach. Der Präsident der Vereinigung der Pfarreien, Arnold Schöpfer, warb im Namen des Vorstandes daher dafür, dem Bildungszentrum Burg­bühl im Jahr 2016 zusätzlich Fr. 40‘000 zum jetzigen Leistungsvertrag zukommen zu lassen als Beitrag zu den Betriebskosten und aus Solidarität mit den Angestellten. Da man die gemeinsame Kasse für den Religionsunterricht in kleinen Klassen an der OS im Schuljahr 2015/2016 nicht nutzen musste, könne man Fr. 20‘000 aus dieser Kasse für das Burgbühl aufwenden; die weiteren Fr. 20‘000 würden nach dem gültigen Verteilschlüssel auf die Pfarreien verteilt. Die Versammlung sprach sich gegen den Vorschlag aus, genehmigte aber eine zusätzliche Zahlung der Hälfte des geforderten Betrages, d.h. Fr. 20‘000.

Die nächste Versammlung findet am 15. April in Gurmels statt.
 
Christina Mönkehues, Mitteilungsblatt Dezember 2015/Januar 2016