Ein Gleichnis für Kinder greifbar machen: Die barmherzige Samariterin

Bereits zum vierten Mal konnte die Fachstelle für Kirchenmusik Deutschfreiburg, unter der Leitung von Simone Cotting und Manuela Dorthe, in den Herbstferien eine Kindersingwoche durchführen. Unter den 50 Einschreibungen fanden sich viele Kinder, die bereits zum zweiten oder dritten Mal dabei waren.

2015-10 Kindersingwoche (1).jpg

Gleich bei der Wahl des Kinder-Musicals "Der barmherzige Samariter” von Markus Hottiger stand für das Leitungsteam fest, dass die Songs und Szenen bearbeitet würden, um das Gleichnis für die Kinder fassbarer zu machen. So wurde entschieden, dass die altbekannte Geschichte einen anderen Titel erhält und in die heutige Zeit versetzt wird: Weder die gestresste Managerin noch die aufgekratzten Tussis in Stöckelschuhen wollen sich um die verletzten Personen kümmern. Eine Fremde mit unbekannter Sprache nimmt sich jedoch ihrer an und besorgt Hilfe.

Den Appell zur tätigen Nächstenliebe konnten die Kinder in Songs wie "Wer ist mein Nächster?” oder "Helfen kann doch jeder” erkennen, im wiederholten Gespräch auch reflektieren. Beim Einstudieren der Theaterszenen versetzten sich die Kinder in die verschiedenen Rollen. Der diplomierten Theaterpädagogin Mirjam Furrer liegt viel daran, dass die Kinder nachempfinden können, wie sich eine Person in einer bestimmten Situation fühlt und warum sie so handelt. Am Verkleiden hatten die Kinder immer grossen Spass, und ganz nebenbei wurde auch noch die Identifikation mit der dargestellten Person unterstützt.

Im auflockernden Bastelatelier stellten die Kinder Brillen her, passend zu den Schriftgelehrten, welche vom Chor dargestellt wurden. Dieser ist wichtiger Bestandteil der Inszenierung: Songs beschreiben die Geschichte und die mit der Stimme erzeugten Geräusche untermalen die gespielten Szenen.

2015-10 Kindersingwoche (2).jpg

Mit viel Organisationstalent schaffte es Nicole Schafer, erfahrene Musik-Pädagogin und Kinderchor-Leiterin, die grosse Schar Kinder nach deren Wünschen und Fähigkeiten einzuteilen. Solisten mussten bestimmt werden, eine Gruppe erlernte die 2. Stimme und eine weitere einen Tanz. Das vierköpfige Leitungsteam musste sehr spontan da Verantwortung übernehmen, wo es nötig war: Nochmals Strophen und die 2. Stimme repetieren, am Tanz feilen, die Brillen dekorieren, Sprechtexte den Kindern anpassen oder auch mal ein Kind trösten.

Auf die Schlussaufführung vor grossem Publikum freuten sich alle riesig. "Ich habe schon etwas Bauchweh”, gestand ein Mädchen kurz zuvor. Doch sobald der Vorhang aufging und die professionelle Band ertönte, wurden alle Kinder in den Fluss von Liedern, Szenen und Tanz gezogen und erlebten noch einmal die Geschichte, die uns erinnert: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst." (Lk 10,27)

Manuela Dorthe, Fachstelle Kirchenmusik