Gott ist anders, als wir es erwarten

4. Adventswoche, Dienstag, 22. Dezember – Der Blick auf unsere Welt zeigt uns: Gottes Wirken und seine Wirkmächtigkeit ist oft anders, als wir es erwarten und erhoffen. Und doch ist sie real. – Von Thomas Fries

Die Offenbarung des Johannes ist eine wichtige und oft zu wenig bekannte Schrift des Neuen Testaments. Sie wirkt teils geheimnisvoll in ihrer Sprache. Doch ermutigt sie uns dazu, auf das Einbrechen der Wirklichkeit Gottes in unserer Welt zu hoffen. «Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Gestalt des alten Himmels und der alten Erde war nicht mehr da.» (Offb 21.1).

Gerade wenn wir sehen, wie Ungerechtigkeit und soziale und ökologische Missstände zum Himmel schreien, wäre es zu wünschen, Gott käme uns Menschen zu Hilfe und würde alles erneuern. Gottes Antwort auf unser Verlangen nach einer gerechten und erneuerten Welt ist Jesus Christus. Unscheinbar im Stall zu Bethlehem geboren und doch zugleich wirkmächtig in unserem Leben bis heute. Anders, als wir es erwarten.

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Die Erwartung des Kommens Christi

Lukas 1,46-56 – Lobgesang Marias auf die Ankündigung des Engels

46 Meine Seele preist die Grösse des Herrn,
47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

49 Denn der Mächtige hat Grosses an mir getan, und sein Name ist heilig.
50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
52 er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
55 das er unsern Vätern verheissen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.