SSEB Weihnachtsgeschichte 2019

Eine Einladung in die himmlische Herberge! Essen ist ein wichtiger Aspekt an Weihnachten – sofern der Teller nicht leer bleibt. Ein Topf mit Hirsebrei spielte bei der diesjährigen SSEB-Weihnachtsgeschichte in der Französischen Kirche in Murten eine wichtige Rolle.

In vielen Stuben kommt heute Abend ein Klassiker auf den Tisch – ein Fondue Chinoise etwa oder ein Filet Wellington. Wohl kaum aber ein Hirsebrei – obwohl dieses einfache Mahl, geduldig zubereitet und mit Rosinen abgeschmeckt, ebenfalls ein köstliches Menü für ein aussergewöhnliches Fest sein kann. Eines, das sowohl Reich als auch Arm zu sättigen und zu verbinden vermag. So erzählt es das Buch «Der Hirsebrei – eine Weihnachtsgeschichte». Diese Geschichte ist vergangenen Freitag von betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung des Seebezirks für erwachsene Behinderte (SSEB) aufgeführt worden. Sie luden dazu in die Französische Kirche in Murten ein und gestalteten die Feier mit viel Musik und Lebensfreude – unter einem Weihnachtsbaum mit echten Kerzen.

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Ein Krippenspiel der Spontanität

«Die Aufführung vor Publikum ist jedes Mal ein Abenteuer», meinte Pfarrer Willy Niklaus nach der gelungenen Darbietung mit einem Schmunzeln. Die Inszenierung unterliege jeweils der Anspannung, Spontanität und den Emotionen von Darstellerinnen und Darstellern. «Sie transportieren die Botschaft dieser Weihnachtsgeschichte einfach in neuer, sprich in ihrer Weise», erklärte er. Willy Niklaus ist evangelisch-reformierter Seelsorger für Menschen mit Behinderung im Kanton Freiburg. Seit ein paar Jahren gestaltet er gemeinsam mit Regina Rüttner von der katholischen Behindertenseelsorge die SSEB-Weihnachtsfeier. Heuer wirkte rund ein Dutzend Darstellerinnen und Darsteller mit. Rüttner hat die biblische Geschichte «Der Hirsebrei» auf sie adaptiert, damit sich alle in ihrer Rolle wohlfühlen. Die gemeinsame Hauptprobe fand am frühen Morgen der Aufführung statt. Und ausgerechnet da fiel «Josef» aus. Die Organisatoren nahmen es gelassen: «Der Darsteller, der den Part eines Vierbeiners verkörpert hatte, ist kurzerhand als Josef eingesprungen», freuten sich Rüttner und Niklaus. Damit sich die Schauspielerinnen und Schauspieler voll auf ihre Darbietung konzentrieren konnten, lasen drei Erzählerinnen und Erzähler die Geschichte vor.  

Claudio Zeni aus Wünnewil umrahmte das Krippenspiel auf seinem Keyboard. Der passionierte Musiker spielte mal besinnliche Töne, mal interpretierte er traditionelle Weihnachtslieder mit jazzigem Groove. Auch Nina Däppen zauberte einen musikalischen Licht-strahl in die Kirche – mit ihrem Solo «En helle Stern». Nach dem gebärdenunterstützten «Vater unser» klang die Feier mit einem gemeinsam gesungenen «Stille Nacht, heilige Nacht» aus.

Bevor sich alle mit der Botschaft des gemeinsam geteilten Essens auf den Heimweg machten, hielt Pfarrer Willy Niklaus eine Überraschung bereit: echten Hirsebrei, zu dem er alle Anwesenden herzlich einlud.                mkc