Ein Ausdruck von Grosszügigkeit

Fast 600 Frauen und Männer wurden am 21. April 2018 in der Kirche St. Peter, Freiburg, im Rahmen eines Gottesdienstes in ihrem Amt als Pfarreiräte der 115 katholischen Pfarreien des Kantons Freiburg vereidigt.


Zahlreiche Vertreter aus Politik und Religion nahmen an der Vereidigung teil, wie der Staatsrat Olivier Curty, der Präsident des Grossen Rates Markus Ith, die Präfekten Carl-Alex Ridoré (Saane),Willy Schorderet (Glâne) und Patrice Borcard (Gruyère) und die Gemeinderätin Andrea Burgener. Für die Evangelisch-Reformierte Kirche war die Vizepräsidentin des Synodalrates Thérèse Chammartin anwesend und für die israelitische Gemeinde der Präsident Claude Nordmann. Zusätzlich bedanken sich die Bischofsvikare besonders bei allen Konzelebranten sowie der Pfarrei St. Peter für die Gastfreundschaft.

„Schauen Sie sich einmal um", forderte Jean Glasson, Bischofsvikar für den französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg, die Anwesenden am Anfang seiner Predigt auf. „Was Sie da sehen ist Ausdruck einer enormen Gross­zügigkeit. Alle Pfarreirätinnen und Pfarreiräte haben sich entschlossen, neben ihren familiären, sozialen und beruflichen Verpflichtungen, Verantwortung in ihrer Pfarrei zu übernehmen. Dafür sind wir enorm dankbar."

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Geschenke für ein gutes Miteinander

Ausgehend vom Tagesevangelium erklärte der Bischofsvikar Deutschfreiburgs, Pascal Marquard, dass der Glaube und die Nachfolge immer wieder eine bewusste Entscheidung vom Einzelnen erforderte. Jean Glasson betonte, dass das „Ja" der Pfarreiräte auch ein „Ja" zu Christus bedeute und sich in drei Dimensionen ausfalten solle: Eine Beziehung mit Christus aufzubauen, sich in Glaubensfragen weiterzubilden und als Pfarreirat Zusammenhalt zu pflegen. Damit der letzte Punkt gelingt, wurden am Ende des Gottesdienstes jedem Pfarreirat zwei Flaschen Freiburger Wein überreicht. 
Um auf die Aufgaben im Pfarreirat gut vorbereitet zu sein, erhielten die Pfarreiräte zusätzlich einen USB-Stick mit allen nötigen Dokumenten für ihre Arbeit. Zudem wurden sie eingeladen zu einer Fortbildung, die am 22. September 2018 stattfinden wird, und einen Überblick über die wichtigsten Weisungen geben soll. Ausserdem wurde ihnen ein Flyer überreicht, der die deutschsprachigen und französischsprachigen Fachstellen, Bischofsvikariate und die Körperschaft vorstellt, welche im Pérolles 38 in Freiburg ihren Sitz haben.

Erfüllendes Amt

Zur Vereidigung, die durch den Präsident des Exekutivrats, Georges Emery, eingeleitet wurde, zitierte dieser den Artikel 2 des Kirchenstatuts: „Die katholischen kirchlichen Körperschaften werden errichtet, um der Kirche die Erfüllung ihres Auftrages zu ermöglichen: die Feier der Liturgie, die Weitergabe des Glaubens, den Einsatz für die Ärmsten und für die Gerechtigkeit sowie den Dienst an der Einheit." Diesen Auftrag gelte es ernst zu nehmen. „Es ist eine Aufgabe, die nicht finanziell bereichert, aber einen hohen Grad an Zufriedenheit verspricht", kündigte er den Anwesenden an.

Gründe für das Engagement

Für diese Zufriedenheit spricht die Tatsache, dass sich fast 75% der Pfarreiräte wiederwählen liessen. Sie spielten auch eine grosse Rolle dabei, neue Pfarreiräte für das Amt zu begeistern. Weil sie sich als Klavierspielerin in der Pfarrei engagieren wollte, nahm z.B. Caroline Irniger (Pfarrei Plasselb) mit dem Pfarreirat Kontakt auf, um über die Beschaffung eines E-Pianos für die Kirche zu diskutieren. Aus der Anfrage wurde ein reger Austausch und schliesslich liess sich Caroline Irniger selbst für die nächste Legislaturperiode als Pfarreirätin aufstellen. Auch Monika Kolly, die in Plasselb neu im Amt ist, wurde vom Pfarreipräsidenten angefragt, ob sie sich nicht vorstellen könnte, im Pfarreirat mitzuarbeiten. „Ich singe im Chor und engagiere mich gerne in der Kirche. Jetzt war gerade ein guter Zeitpunkt, so dass ich zugesagt habe", erklärt die Neu-Gewählte.

Natürlich spielt aber auch das Interesse und das Verantwortungsgefühl gegenüber der Pfarrei eine Rolle: „Die Sache interessiert mich", so Patrick Andrey, Pfarrei Heitenried. „Und natürlich gibt es noch viele andere Verpflichtungen, die man hat, aber die Pfarrei kann nur funktionieren, wenn es immer wieder Leute gibt, die sich engagieren.

Christina Mönkehues-Lau, Informationsbeauftragte