Vereint unter einem Dach

Freiburg, 12.03.2017. „Der Umzug lädt ein, Dinge anders anzugehen, neue Synergien zu nutzen, neue Wege zu gehen, vielleicht unerwartete Kooperationsmöglichkeiten zu entdecken und einen frischen Wind in die Kirche zu bringen", so erhofft es sich Georges Emery, Präsident des Exekutivrats. Seit Anfang Januar befinden sich die beiden Bischofsvikariate im Kanton Freiburg mit ihren Fachstellen sowie drei Sprachmissionen und die katholische kirchliche Körperschaft unter einem Dach in Freiburg auf dem Boulevard de Pérolles 38. Beim Tag der offenen Tür am 10. März konnten die zahlreichen BesucherInnen alle Dienste im Haus kennenlernen und das Ergebnis der Renovationsarbeiten begutachten.

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Die neuen Räume sind hell, die Sitzungszimmer technisch gut ausgestattet und die Wege zueinander kurz. Abgesehen von einigen kleineren Arbeiten ist die Renovation abgeschlossen und seit Anfang des Jahres ist das Haus der Schwestern des Pauluswerkes die zentrale Anlaufstelle der kath. Kirche im Kanton Freiburg.

Zusammenarbeit ermöglichen

Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligen: Auf der einen Seite wurde das weitläufige Gebäude auf dem Pérolles langsam zu gross für die 42 Schwestern des Pauluswerkes und auf der anderen Seite suchte die katholische Kirche zentrale Räume, nachdem das Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit den vorher der Kirche vermieteten Flügel des Diözesanzentrums in Villars-sur-Glâne nutzen wollte. Gleichzeitig bietet der neue Standort die Möglichkeit, erstmals kirchliche Stellen an einem Platz zu vereinen, die bisher im Kanton verteilt waren.

Durch den Umzug von St. Antoni in die Stadt Freiburg ist nun auch das Bischofsvikariat Deutschfreiburg mit seinen Fachstellen Tür an Tür mit den jeweiligen französischsprachigen Pendants. „Schon nach den ersten Tagen hier wurde uns klar, dass der Umzug eine engere Zusammenarbeit mit der Fachstelle ,Formule Jeunes‘ ermöglicht", freut sich Sandra Vetere von der Regionalen Fachstelle für Jugendseelsorge. Auch die Bischofsvikariate sind schon enger zusammengewachsen. Die Vorteile der „kurzen Wege" zueinander hätten sich schon bei der Planung des Tages der offenen Tür gezeigt, konstatiert Marianne Pohl-Henzen, Adjunktin des Bischofsvikariats Deutschfreiburg.

Stärkung für Körper und Geist

Am Tag der offenen Tür präsentierten sich alle kirchlichen Akteure im Haus der Öffentlichkeit. Mit alkoholfreien Cocktails bewirtete die Fachstelle Jugendseelsorge die BesucherInnen. Wer die Fachstelle Erwachsenenbildung QuerWeltEin besuchte, konnte nicht nur eine Vielzahl an Flyern zu aktuellen Veranstaltungen mitnehmen, sondern bekam „zur Stärkung" auch einen Bibelvers und eine Schokolade mit auf den Weg. Im Bischofsvikariat Deutschfreiburg wurde der Jahresbericht 2016 verteilt, der passend zum Anlass erschienen war und einen Überblick über die Aktivitäten aller Fachstellen und des Bischofsvikariats ermöglicht. Viele Familien verblieben längere Zeit in der Bibliothek der französischsprachigen Katechetinnen und Katecheten und erprobten das abwechslungsreiche Material für den Religionsunterricht.

Im Laufe des Nachmittags waren die BesucherInnen eingeladen, an deutsch- und französischsprachigen, 20-minütigen Vorträgen teilzunehmen. Mario Slongo, der ehemalige „Wetterfrosch" von DRS1, lud ein zu einer historischen und geographischen Reise und beleuchtete die meteorologischen Hintergründe biblischer Erzählungen und antiker Sagen. Zeichen für den immer notwendigeren ökumenischen und interreligiösen Dialog wurden gesetzt durch die Vorträge von Pierre-Philippe Blaser, Präsident des Synodalrats der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Freiburg, und von Hansjörg Schmid, Leiter des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft. „Der Dialog ist eine Notwendigkeit für das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft. Gerade die Kirche ist dialogisch angelegt und daher aufgefordert, das Gespräch mit allen zu pflegen, die die Wahrheit suchen", so Schmid.

Gemeinschaft schaffen

Sprachliche Grenzen werden schon jetzt in den neuen Räumlichkeiten überwunden. Nicht nur Französisch und Deutsch ist auf den Gängen zu hören, sondern dank der Sprachmissionen auch Portugiesisch, Spanisch und Italienisch. Profitieren konnte man von der kulturellen Vielfalt beim Apéro, für den die Sprachmissionen Spezialitäten ihrer Länder vorbereitet hatten. Und auch in der Liturgie hinterlässt die Mehrsprachigkeit ihre Spuren, wie man an der Liedauswahl für die Messe erkennen konnte, die den Tag der offenen Tür abschloss.

Bischof Charles Morerod zeigte sich zufrieden mit dem neuen Ort und betonte, dass es gerade auch Aufgabe der Kirche sei, Einheit spürbar zu machen und Gemeinschaft zu schaffen. Er segnete im Anschluss an die Messe die Räumlichkeiten und die MitarbeiterInnen und bedankte sich bei allen, die sich für den neuen Standort engagiert haben. Georges Emery erwähnte in diesem Zusammenhang besonders die Schwestern des Pauluswerkes, Thierry Mauron (Direktor der St-Paul Holding AG) und Jean-Bernard Repond (Direktor Saint-Paul AG) sowie alle Architekten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Körperschaft und der Bischofsvikariate. Freude über den neuen Standort drückte auch Staatsratspräsident Maurice Ropraz aus und betonte die Bedeutung der guten Beziehungen zwischen dem Staatsrat und der Kirche – auch über das jährliche Kartenspiel mit dem Ordinariat hinaus. Die Generaloberin der Schwestern des Pauluswerkes, Sr. Cécile Boullenger, bedankte sich am Ende bei ihren Mitschwestern, für das Verständnis während der Umbauarbeiten, und betonte: „Wir freuen uns darauf, was mit Christi Hilfe hier lebt und leben wird."

Bericht und Bilder: Christina Mönkehues, Informationsstelle des Bischofsvikariats Deutschfreiburg

Bild: Im Aufzug, hochkant: Martin Bergers