Rechtliches

"Pfarrei" bezeichnet im Kanton Freiburg

  • einerseits die kanonische Pfarrei mit dem Pfarrer, den Seelsorgern und der Pastoralgruppe und
  • andererseits die pfarreiliche kirchliche Körperschaft (sonst: Kirchgemeinde) mit der Pfarreiversammlung und dem Pfarreirat.

Das Kirchenstatut vom 14. Dezember 1996 bezeichnet den Zweck der kirchlichen Körperschaften in Art. 2:

  • Die katholischen kirchlichen Körperschaften werden errichtet um der Kirche die Erfüllung ihres Auftrages zu ermöglichen: die Feier der Liturgie, die Weitergabe des Glaubens, den Einsatz für die Ärmsten und für die Gerechtigkeit sowie den Dienst an der Einheit.
  • Sie sorgen für die Finanzierung der kirchlichen Aufgaben. In Wahrnehmung der katholischen, das heisst weltweiten Verantwortung jedes Gläubigen und jeder Gemeinschaft, sei es eine Pfarrei oder eine andere Gemeinschaft, legen sie die Zuteilung der finanziellen Mittel im einzelnen fest.
  • Zur Förderung des Austauschs innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft zwischen Laien, Ordensleuten, Diakonen, Priestern, dem Bischof und dem Papst, pflegen sie den Dialog und die Verständigung mit den kirchlichen Behörden in Achtung der je eigenen Kompetenzen.
  • Sie unterstützen und organisieren im Sinne der Ökumene und der kirchlichen Offenheit gemeinsame Aktionen mit anderen Konfessionen und Religionen sowie mit weltlichen Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen.

Der Bestand und die Grenzen der öffentlichrechtlichen Pfarreien entsprechen denjenigen der kirchenrechtlichen Pfarreien.

Die Pfarrei ist autonom unter Vorbehalt der abweichenden Bestimmungen dieses Statuts und der Reglemente.

Sie untersteht der Oberaufsicht der kantonalen Körperschaft.


Artikel 18 und 19 des Kirchenstatuts definieren die Aufgaben und die Mittel der Pfarreien:

Die Pfarrei hat folgende Aufgaben:

  • sie kommt für die Bedürfnisse der Kirche auf Pfarreiebene auf und fördert die seelsorgerische Tätigkeit in der Pfarrgemeinschaft; insbesondere:
  • trägt sie die Kosten für Gottesdienst und Seelsorge;
  • gewährleistet sie die Entlöhnung der Priester und der anderen mit einem kirchlichen Amt oder Dienst betrauten Personen;
  • stellt sie die erforderlichen Gebäude und Räumlichkeiten zur Verfügung und unterhält sie.
  • sie trägt zur Finanzierung der überpfarreilichen Aufgaben bei;
  • sie unterstützt Werke des Apostolats und Hilfswerke, vorab jene der Kirche.
    Die Pfarrei verwaltet ihre Güter.
     

Die Pfarrei beschafft sich die notwendigen Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Zu diesem Zweck kann sie gemäss den Bestimmungen des KSG Kirchensteuern erheben.

Muss beim Bezug der Kirchensteuer der Zahlungspflichtige gemahnt werden, ist der letzten Mahnung der Hinweis beizulegen, dass um Erlass der Kirchensteuer nachsuchen kann, wer sich in einer solchen Lage befindet, dass ihre Bezahlung für ihn eine zu grosse Härte bedeuten würde. 

    Pastorabesuch Untere Sense